Česky English German

Überwachung

Die statutarische Stadt Brünn ist die zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik, die mährische Metropole und das Zentrum der Region Südmähren. Die Stadt zählt insgesamt 387 277 Einwohner (laut SLBD 2011[1]) und nimmt eine Fläche von 230 km2 ein.
Das Gebiet der Stadt ist ziemlich abwechslungsreich und erstreckt sich auf 190 – 479 m ü. M. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel wird mit 227 m angegeben. Der historische Kern der Stadt liegt zum Teil in der Talsenke der nördlichen Ausläufer der Formation Dyjsko-svratecký úval. Das Brünner Hügelland, welches die Stadt hufenförmig im Norden umgibt, bildet im westlichen und nördlichen Bereich die Fortsetzung des Böhmisch-Mährischen Hügellandes. Die nordöstlichen Randgebiete sind von der Hügellandformation Drahanská vrchovina und von deren südlichen Ausläufern – dem Landschaftsschutzgebiet Mährischer Karst - geprägt. Der zentrale und südliche Teil der Stadt liegt im warmen klimatischen Bereich, die nördlichen Stadtteile werden vom mäßig warmen Klima dominiert. Die Stadt selbst erstreckt sich entlang der Flüsse in geschlossenen Becken (Bystrcká, Žabovřeská, Pisárecká, Maloměřická), die nur unzureichend von Winden durchströmt werden. Im südlichen Teil der Stadt öffnen sich diese Becken und übergehen allmählich in eine weitläufige Ebene, die sich zum Südosten hin öffnet. In den geschlossenen Becken werden häufiger Inversionen mit Bodennebel verzeichnet, wobei diese Situation durch die Flüsse noch verschärft wird. Auf dem Gebiet der Stadt selbst überwiegt im Jahresdurchschnitt die nordwestliche Luftströmung, welche die Schadstoffbelastung positiv beeinflusst. In den kälteren Perioden (Heizperioden) jedoch überwiegt Windstille oder es setzen sich südliche und südöstliche Strömungen bis 2 m.s-1 durch. Die Lufttemperaturen werden von der konzentrierten Bebauung, vom Geländerelief (insbesondere im mehr gegliederten Norden der Stadt) und von den relativ häufigen Inversionen und Bodennebeln in den geschlossenen Kesseln und Flusstälern auf dem Gebiet der Stadt beeinflusst.
Die Stadt selbst liegt im mäßigen Niederschlagsschatten des Böhmisch-mährischen Hügellandes. Die meisten Niederschläge werden außerhalb der Heizsaison – vom Juni bis August – verzeichnet. Ein zweites – wenig ausgeprägtes - Maximum liegt in den Monaten Oktober und November. In den entscheidenden Heizmonaten (Dezember bis März) werden auf diesem Gebiet im Durchschnitt 20 – 22% Niederschläge verzeichnet. Indem diese Niederschläge wesentlich zum Beseitigen der Schadstoffe in der Luft beitragen, ist die Niederschlagsverteilung im Stadtgebiet aus dieser Sicht eher ungünstig.
Brünn ist das Zentrum des Schul- und Gesundheitswesens, der Wissenschaft und Forschung, aber zugleich auch der Industrie und des Verkehrs. Auf dem Gebiet der Stadt liegen ca. 1100 wichtige Quellen der Luftverschmutzung (früher in der Kategorie der mittleren, großen und extra großen Luftverschmutzungsquellen eingeordnet), eine Vielzahl nicht näher spezifizierter Verbrennungsanlagen mit kleiner Leistung und darüber hinaus auch andere Luftverschmutzungsquellen (früher als „kleine Quellen“ bezeichnet). Die Stadt liegt im Kreuzungspunkt der Eisenbahn- und Straßenverkehrskorridore. Das Stadtzentrum, die kleine und große Ringstraße sowie einige weiteren Straßen auf dem Gebiet der Stadt sind stark verkehrsbelastet (bis zu 50 Tsd. Fahrzeuge/Tag, die Autobahnabschnitte im Stadtgebiet zählen bis zu 70 Tsd. Fzg./Tag). Auch der Flugverkehr auf dem internationalen Flugplatz Brno – Tuřany (reguläre Verbindungen zu mehreren Destinationen + zahlreiche Charter- und Sonderflüge = ca. 500 Tsd. Fluggäste) verzeichnet eine steigende Tendenz.
Das Gebiet der statutarischen Stadt Brünn wurde für die Zwecke der Luftqualitätsüberwachung gem. Gesetz Nr. 201/2012 Slg. (Luftreinhaltungsgesetzt) als eigenständiges „Ballungsgebiet Brünn“ ausgezeichnet.
Die Geschichte der Schadstoffüberwachung auf dem Gebiet der statutarischen Stadt Brünn reicht in das Jahr 1993 zurück, als die Stadtverwaltung beschloss ein Netz zur Überwachung der Luftqualität auf dem Gebiet der Stadt zu errichten. In den Jahren 1994 – 1995 wurde der Lieferant des Systems gesucht, das letztendlich in den Jahren 1996 – 1997 nach und nach in Betrieb genommen wurde. Nach der Inbetriebnahme bestand das System aus sechs stationären Messstationen, einem Messwagen und einem Messanhänger. Sowohl die stationären Messstationen als auch die mobilen Fahrzeuge funktionieren vom Beginn voll automatisch. Die in den Messstationen generierten Daten werden online (via Mobilnetz) zum zentralen Labor gesendet, wo sie weiter bearbeitet werden.
Die stationären Messstationen wurden in den Stadtteilen Černá Pole – Arboretum, Židenice – Svatoplukova, Bohunice – Straße Lány, Brno-Mitte – Platz Mendlovo nám., Zvonařka und an der Kreuzung der Straßen Kounicova-Kotlářská aufgestellt. Der Messwagen und der Messanhänger wurden je nach Bedarf für Stichmessungen gemäß Anforderungen des Umweltamtes der Stadt Brünn (OŽP MMB) und der einzelnen Stadtteile eingesetzt. Im Laufe der Jahre wurde die Anzahl der stationären Messstationen reduziert. Die Messstation auf dem Mendel Platz wurde 1998 auf das Gelände der Technischen Hochschule Brünn (Chemische Fakultät in der Straße Purkyňova) versetzt und 2008 der Hochschule für Lehrzwecke überlassen. Im Jahre 2004 wurde auf Antrag des Direktors des Tschechischen hydrometeorologischen Institutes (ČHMÚ) die Station an der Kreuzung der Straßen Kotlářská-Kounicova unter die Verwaltung dieser Organisation (Zweigstelle Brünn) gestellt. Diese Station ist heute ein Teil der „Automatisierten Schadstoffüberwachung der ČR“ (AIM ČR) als Messstation des ČHMÚ mit der Bezeichnung Brno-Mitte. Der mobile Messanhänger überwacht seit 1998 als stationäre automatische Station die Schadstoffe auf dem Gebiet Brno-Pisárky (Parkplatz vor dem IX. Eingangstor der Brünner Messen) und trägt die Bezeichnung Brno – Messegelände. Die Messstation Brno – Arboretum (Gelände des Arboretums der Mendel Universität in Brünn – Černá Pole, Tř. gen. Píky) wurde 2012 auf Antrag des ČHMÚ innerhalb des Arboretum-Geländes versetzt, um bessere Messergebnisse zu erzielen – nun ist diese Station als städtische Station für Hintergrundmessungen geführt. Alle anderen automatischen Messstationen - Svatoplukova (Kasernengelände der ČR-Armee), Zvonařka (Bereich des Busbahnhofsterminals Zvonařka vor dem Objekt Opuštěná 2) und Lány (Gelände der früheren Landwirtschaftlichen Berufsschule in der Str. Lány, Bohunice) messen alle erforderlichen Werte an ihrem ursprünglichen Standort.
Im Laufe der Jahre wurden einige Messstationen mit neuer Messtechnik nachgerüstet oder es wurden Messwerte neu konfiguriert:
o 1998 – Messung erweitert um O3 – troposphärisches Ozon - an den Stationen Výstaviště (=Messegelände) (ab 2002: Busbahnhof Zvonařka) und Arboretum
o 2002 – Beginn PM10 Messung – Staubpartikel 10 mm
o 2007 – Beginn PM1 und PM2,5 Messung – Staubpartikel 1  mm und 2,5 mm an den Messstationen Lány (in den Jahren 2007 – 2008: Messstation Výstaviště), Svatoplukova, Zvonařka
o 2012 – Ende der Messung O3 an der Messstation Arboretum
o 2013 – Erneuerung der Ausrüstung der Messstationen der Stadt Brünn mit Hilfe der Fördermittel aus dem Operationsprogramm Umwelt: Austausch der EDV Technik, der Ausrüstung (Meteomasten), der Meteosensoren (Temperatur, Feuchtigkeit, Anemometer), und der Messtechnik (Analysatoren für NO-NO2-NOx, SO2, CO, O3).
Aktuelle Messgrößen an den automatischen Messstationen siehe Datei „Aufstellung von Messwerten, gemessen an Messstationen der statutarischen Stadt Brünn“.
Die automatischen stationären Messstationen der Stadt Brünn zur Schadstoffüberwachung wurden zum 1.1.2007 – nach dem von ISKO[2] durchgeführten Audit – in das landesweite System zur Luftqualitätsüberwachung der Automatisierten Schadstoffüberwachung der ČR eingegliedert. Nach der erfolgten Überprüfung aller Messwerte, die an diesen Stationen gemessen werden, durch ISKO, wurden diese Daten rückwirkend zum 1.1.2000 in dieses System übernommen.
Das Messfahrzeug wird auch weiterhin zur mobilen Messung bei Beschwerden der Einwohner über Luftqualität in verschiedenen Stadtteilen und vonseiten der einzelnen Stadtteilverwaltungen eingesetzt.
Sämtliche Instandhaltungsarbeiten an den Messstationen, die Kalibrierung von Analysatoren und die gesamte Wartung werden im Einklang mit dem vom Umweltministerium der ČR (MŽP ČR) verabschiedeten Qualitätshandbuch durchgeführt, das für die Bedingungen der Schadstoffüberwachung auf dem Gebiet der statutarischen Stadt Brünn erstellt wurde. Die Firma SITA Facility a.s., Prag, die anhand eines Auswahlverfahrens den Betrieb der Messstationen vertraglich übernommen hat, wurde für diese Tätigkeit gem. Gesetz Nr. 201/2012 Slg. (Luftreinhaltungsgesetz) vom Umweltministerium der ČR zugelassen (Zulassung zur Schadstoffmessung). Die Gasanalysatoren (SO2, NO-NO2-NOx, CO) werden in festgelegten Intervallen mittels Eichgase in anerkannten Labors des ČHMÚ geeicht, die O3 Analysatoren, Staubmessgeräte und Messgeräte zur Messung der Meteogrößen werden ebenfalls in festgelegten Intervallen zur Eichung und Wartung an Firmen übergeben, die für solche Tätigkeiten alle erforderlichen Zulassungen vorweisen können.
Die Qualität der Messung des Messfahrzeuges wird regelmäßig im Zuge der Gleichmessung der mobilen Messfahrzeuge geprüft, die vom Gesundheitsinstitut Prag in verschiedenen Städten der ČR vorgenommen wird. Bei dieser Gleichmessung wird darüber hinaus auch die Eichung der Messsysteme der mobilen Fahrzeuge geprüft.

 



[1] SLBD = Volks-, Wohnungs- und Hauszählung
[2] ISKO = Informationssystem zur Luftqualität 

Überwachungssystem der Immissionen (C) 2010